Australia in depth

e-Mail-Reiseberichte von Nicolaus Spies und Isabel Wunsch
Hallo Ihr Lieben,

dieses Mal bin ich nicht alleiniger Autor, sondern Isabel ist nun auch mit von der Partie! Am Donnerstag hat sie mich direkt am Kofferlaufband des Flughafens von Sydney begrüsst. Da sie während des Fluges die Sonne zweimal untergehen und einmal aufgehen sah, war sie etwas müde, hat den Jetlag aber prima gemeistert.

Leider war der nächste Tag in Sydney total verregnet! Gleich morgens haben wir uns mit Andi und Simone am Hafen getroffen (Freunde von Nicolaus aus Koblenz, die gerade ihr Ausslandssemester auf Bali beendet hatten), die waren schon ein paar Tage in der Stadt und konnten uns schon wertvolle Tips geben. Trotz des mässigen (ok, beschissenen) Wetters haben wir mit ein paar Fähren den Hafen erkundet, der Anblick der Oper und der Harbour Bridge war auch bei diesen Bedingungen noch sehenswert!

Sydney Opera HouseIn einer Regenpause haben wir die Harbour Bridge zu Fuss überschritten, danach kurz in die Oper reingeschaut. Abends sind wir nochmal zum Hafen, um das ganze nochmal beleuchtet zu sehen, mittlerweile hatte der Regen auch länger ausgesetzt. Der alte Stadtteil ”The Rocks” hat uns sehr gut gefallen, dort gibt es viele Künstlerwerkstätten, Kneipen und kleine Restaurants.

Danach haben wir uns nochmal mit Andi in der ”World Bar” in Kings Cross getroffen, einer echten Aussie-Kneipe, in der Cocktails in Teekannen ausgeschenkt werden und Isabel sehr über die ausgefallene Kleidung der Mädels staunte (z.B. nur ein Stofftuch, das nur mit einer Sicherheitsnadel zusammen gehalten wurde, Leggins mit Rock drüber oder Flip-Flops). Die Bar war direkt gegenüber unseres Hotels, aber trotzdem konnten wir auf dem Heimweg zusehen, wie ein verückter Aussie die Scheiben eines Taxis einschlug, laut Nicolaus nichts Besonderes. Aber keine Angst, wir sind sicher im Bett angekommen.

Am nächsten Tag ging es ums Eck, um den Mietwagen abzuholen. Wir haben jetzt einen Toyota Avalon in Gold. Dabei hatten wir mal wieder Glück, da wir ein Auto bekommen haben, das zwei oder drei Kategorien über der von uns gebuchten liegt. Dementsprechend leicht war es dann, unsere Sachen unterzubringen. Einfach alles rein und dann ab nach Westen in den Blue Mountains Nationalpark.

Bei unserer Ankunft regnete es zum Glück nicht und wir konnten auf dem Weg zum Campground noch einige Lookouts mitnehmen und in Ruhe das Zelt aufstellen. Es war allerdings empfindlich kalt, sodass wir Abends bei neuerlich einsetzendem Regen nach einer warmen Dusche, die es zum Glück auf dem Campground gab, eher mehr als weniger angezogen in die Schlafsäcke gekrochen sind.

Als wir nach dieser bitterkalten Nacht morgens um sechs (!) aufgestanden sind, war zu unserer großen Überraschung keine einzige Wolke am Himmel und die Sonne war auch schon da. Wir nutzten den herrlichen Tag, um zahlreiche Wanderungen in den Blue Mountains zu unternehmen. Die Blue Mountains sind ein stark bewaldetes Plateau, das steil abfällt mit vielen Wasserfällen.

Three SistersBerühmtestes Wahrzeichen sind die Three Sisters, drei nebeneinander stehende Felsen am Plateaurand. Blue heißen die Berge übrigens, da Nebel wie blauer Dunst über den Bäumen liegt. Obwohl sich Isabel mit Lichtschutzfaktor 20 eingecremet hatte und wir uns nur im Wald und fast nie in direkter Sonne aufhielten, waren ihr Gesicht und Arme am Abend leicht gerötet. Nicht schlimm, aber eine kleine Warnung: Ab jetzt wird 30er Creme benutzt!

Obwohl der Tag so herrlich war, wurde es abends wieder kalt, was uns aber nicht davon abhielt, abends noch einmal vom Campground zum Rand des Plateaus zu laufen und die beleuchteten Felsen zu bewundern. Die Nacht war auch wieder eisig und deshalb ziemlich schlafarm.

Am Montag brachen wir dann aus den Blue Mountains zurück an die Küste auf, um dort Richtung Süden zu fahren. Auf dem Weg machten wir in Kiama bei einem Blowhole Halt, wo die Meeresbrandung durch ein Loch bis zu 60m in die Höhe geschleudert wird.

Unser Tagesziel war der Murramarang Nationalpark, wo wir an einem kleinen Campground abseits des Highways (nur über eine 8km lange Waldstrasse zu erreichen!) direkt am Strand übernachteten. Nicht nur, dass die Bucht und der Strand wunderschön waren (Nicolaus hat in den tollen Wellen gebadet, Isabel hat gekniffen und muss damit bei Niagara wieder anfangen), das Highlight von Pebbly Beach sind die Känguruhs, die ganz ohne Scheu am Strand rumhüpfen und sich streicheln lassen.

Ausserdem hat Isabel mit einer ganzen Menge Papageien Bekanntschaft gemacht, weil ihr der Campground-Host Futter in die Hand gegeben hatte! Bis zu zehn Papageien sassen gleichzeitig auf ihr, und sie hat auch ein paar Kratzspuren als Andenken. War aber ein tolles Erlebnis. Heute morgen nach dem Aufstehen wurden wir vor unserem Zelt direkt wieder von Känguruhs begrüsst. Nun geht es weiter Richtung Croajingolong Nationalpark im Bundestaat Victoria. Im Moment sind wir im Internet Cafe in Batemans Bay.

Isabel fährt mittlerweile auch schon ganz gut auf der linken Seite. Nur noch ganz selten Scheibenwischer statt Blinker :-)

Liebe Gruesse,

Isabel und Nicolaus



Hallo aus Melbourne,

Southbank Melbourneseit Ihr das letzte Mal von uns gehört habt, haben wir drei weitere Nationalparks und eine wunderschöne Insel besucht, und sind in der Hauptstadt des Staates Victoria angekommen. Aber der Reihe nach:

Von Batemans Bay sind wir zum Croajingolong Nationalpark direkt hinter der Grenze von New South Wales zu Victoria gefahren, die letzten 25km auf einer dirt road, was unser tolles Auto aber ohne Probleme meisterte. Unser Campground lag mal wieder direkt am Strand, zum Glück aber windgeschützt in einem Wäldchen an einer Flussmündung.

Die Einrichtung des Campgrounds war dieses Mal wegen der Abgelegenheit nicht so gut wie sonst üblich, es gab kein fließendes Wasser und die Klohäuschen wollen wir an dieser Stelle nicht gesondert hervorheben. Da wir erst relativ spät eintrafen, konnten wir leider auch keine Übernachtungsgebühr entrichten, da der Camphost schon seine Runde gedreht hatte. Am Abend sind wir dann noch zum Strand und haben uns den Wind durch die Haare wehen lassen. Isabel konnte Nicolaus zum Glück davon abhalten, sich in die stürmische See zu stürzen.

Wie fast immer sind wir dann am nächsten Morgen recht früh aufgestanden (ganz im Gegensatz zu unserer USA-Reise sind wir hier die ersten, die aufstehen, und nicht die letzten, die Aussies sind halt seeeeeehr entspannt), und haben die höchsten Dünen des australischen Festlandes direkt an unserem Campground erklommen. Klingt großartig, waren aber nur 60 m Höhenunterschied.

BuschfeuerAn diesem Tag hatten wir unsere bisher größte Distanz von 450km zu fahren, bis zum Wilsons Prom Nationalpark. Das ist ein äußerst beliebter Nationalpark, weil er eine vielfältige Flora und Fauna (Känguruh, Koala, Echidna, Emu, Wombat, ...) besitzt und nur 200km von Melbourne entfernt ist. Die Anlage unseres Campgrounds war riesig (400 Sites) und sehr schön. Die erste Tierbegegnung hatten wir bereits 50 m nach Einfahrt in den Park: ein Echidna überquerte die Straße. Dies machte uns Hoffnung auf mehr, leider umsonst, denn wir haben kein weiteres der oben genannten Tiere gesehen :-(

Aber vielleicht kann man von den Tieren auch nicht erwartern, dass sie sich innerhalb von 20 Stunden, die wir im Park waren, zur Schau stellen. Der Park beeindruckte uns aber auf andere Weise: Ein Walk am Fluß und ein anderer zum benachbarten Squeaky Beach haben uns abenteuerliche Küstenausblicke beschert und das Meer am Squeaky Beach verführte sogar Isabel zu einem Bad.

Und auf gings zur nächsten Attraktion: Phillip Island, eine Insel 140km südlich von Melbourne. Auf der Fahrt dorthin machten wir unsere erste Erfahrung mit den australischen Buschfeuern: Obwohl wir am Tag zuvor ohne etwas zu bemerken viel naeher an den Feuern vorbeigefahren waren, die zur Zeit in Victoria wüten, stand heute der Wind ungünstig und legte einen Grauschleier über den ganzen Süden des Staates, der eine geradezu apokalyptische Stimmung aufkommen ließ.

Dazu war die Luft heiss und roch nach Feuer, über 200km von den eigentlichen Feuern entfernt! Mittags machen wir immer einen Essensstop in einem mehr oder weniger beschaulichen Örtchen, wir essen also (Benedikt aufgepasst) jeden Tag warm, Nicolaus nennt das übrigens die ”Burger-Diät”.

Koala ConservationAuf dem Weg zum Campground sind wir beim Koala Conservation vorbeigefahren, wo Koalas zwar eingezäunt, aber doch in ihrem natürlichen Lebensraum bestaunt werden können. Ein Weg oben in den Baumkronen ermöglicht dabei, ganz nah an die Tiere heranzukommen. Es sind wirklich knuddelige Tiere, wie sie da in den Astgabeln hängen und dösen, wenn sie sich auch nicht viel bewegen: 20 Stunden am Tag schlafen sie, was den Rangern im Park sogar ermöglichte, Hinweisschilder aufzustellen, wo man sie sehen kann. Das ist vom Boden nicht immer leicht.

Als wir nachmittags beim Campground ankamen, haben wir erfreut festgestellt, dass wir dieses Mal sogar einen Campground mit Pool hatten, welch Luxus! Da auf Phillip Island Wasserknappheit herrscht, haben wir also auf eine Dusche verzichtet und den Pool genutzt (dessen Wassser bei der Wassersituation nicht ausgetauscht werden darf, aber es war noch nicht dreckig). Nach Einbruch der Dunkelheit haben wir dann das größte Highlight von Phillip Island angeschaut:

Die Parade der kleinsten Pinguine der Welt: Jeden Abend kommen ungefähr 1000 Pinguine aus dem Meer und watscheln über den Strand zu ihren Nestern an Land. Wirklich putzig, wie die Kleinen schnell über den Strand tapsen. Sie werden dabei (etwas sehr kommerzialisiert) von Flutlicht angestrahlt und man bewundert sie von mehreren Tribünen aus, was sie scheinbar nicht stört.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz kann man sie dann noch bei ihren Nestern beobachten und man muss unter sein Auto schauen, damit man bei Abfahrt keinen Pinguin überfährt. Den Weg nach Melbourne haben wir über den Dandenong Nationalpark angetreten, von wo aus man einen großartigen Blick auf Melbourne und Umgebung hat. In der Stadt angekommen machten wir uns gleich auf Erkundung mit der kostenlosen City-Tram, die den Stadtkern umrundet.

Auch die Stadtrundgänge am nächsten Tag haben uns gezeigt, was für eine wunderschöne und besucherfreundliche Stadt Melbourne ist: Eine Mischung aus historischen und modernen Gebäuden, der originelle Federation Square, die beeindruckende Flinders Station, die riesigen Queen Victoria Märkte, kostenlose Tram und Busse für Touristen, Veranstaltungsorte wie die Courts der Australian Open und der Melbourne Cricket Ground direkt am Stadtzentrum etc.

Heute Abend schauen wir uns Melbourne noch bei Nacht an, und morgen geht es weiter auf der Great Ocean Road!

Liebe Grüße,

Eure Nicolaus und Isabel



Hallo aus Adelaide,

es ist mal wieder Zeit für eine Rundmail, um Euch mit unseren Erlebnissen (hoffentlich) zu erfreuen. Nachdem wir schöne Tage in der bemerkenswerten Stadt Melbourne verbracht haben, sind wir aufgebrochen zur Great Ocean Road, das ist ein Abschnitt entlang der Küste von Melbourne nach Adelaide, wo man quasi nach jeder Kurve einen neuen atemberaubenden Ausblick hat. Wir konnten es uns kaum verkneifen, überall anzuhalten.

Twelve ApostelsDie Steilküste und das türkisfarbene Meer haben uns beeindruckt. Allerdings wurden wir dann ab ungefähr der Hälfte der Strecke von kalten Regenstürmen heimgesucht, was das Vergnügen etwas beschränkte. In unserem für die Übernachtung auserkorenen Örtchen Port Campbell, das am Wahrzeichen der Great Ocean Road, den Twelve Apostels (Granitfelsen im Meer) liegt, hatten wir zwar einen Campground reserviert, aber wegen des extrem schlechten Wetters, zogen wir ein Youth Hostel vor. Dort verbrachten wir einen gemütlichen Weihnachtsabend und statt Barbecues am Strand bei 30 Grad gab es Nudeln mit Soße und Bohneneintopf bei 10 Grad (draußen).

Am nächsten wiederum verregneten Tag haben wir noch einige Aussichtspunkte an der Great Ocean Road mitgenommen, und sind dann in den Grampians Nationalpark aufgebrochen. Die Grampians sind ein Gebirge im Inland. Wir kamen gegen Nachmittag dort an und entschieden uns wiederum für ein Youth Hostel, es war einfach zu kalt zum Campen. Sachen abgeladen und los gings zu weiteren tollen Aussichtspunkten im Grampians Nationalpark. Besonderes Highlight war ein Regenbogen, den wir von einem wunderschönen Lookout bewundern konnten.

Der nächste Tag, an dem wir unsere neue Rekordstrecke von 520km gefahren sind, brachte endlich Wetterbesserung und wir sind abends wohlbehalten hier an unserem Halbstreckenziel Adelaide angekommen. Wir haben unser Hostel bezogen (sehr nett und sogar mit eigenem Bad) und erst einmal Wäsche gewaschen. Ist zwar wie erwartet nicht sauber geworden, riecht jetzt aber wieder gut. Abends sind wir in China-Town nett esssen gegangen.

Gestern dann (an Bennis Geburtstag, herzlichen Glückwunsch) hat Nicolaus sein Geburtstagsgeschenk eingelöst und wir haben einen geführten Ganztagesausflug nach Kangoroo Island, eine eine 155 auf 55km große Insel südliche von Adelaide, unternommen. Um sechs Uhr mussten wir aufstehen und waren dann nach Busfahrt und Fähre um 10:30 Uhr auf der Insel.

Dort wurden wir in einen weiteren Bus verfrachtet und am ganzen Tag von unserem Busfahrer, der selbst auf Kangaroo Island wohnt, bestens mit Geschichten über die Insel, über Gott und die Welt und sogar mit australischen Weihnachtsliedern unterhalten und informiert. Zuerst fuhren wir an das andere Ende der Insel, um dort ein leckeres Mittagessen serviert zu bekommen. Was uns besonders freute: Der Platz an dem wir aßen, war von Koalas, Echidnas und Wallabies bevölkert, was uns wieder tolle Tiererlebnissen verschaffte. Voe allem die Koalas haben es uns angetan, die sind einfach zu süß.

Remarkable RocksFrisch gestärkt wurden wir dann zu den schönsten Stellen der Insel geführt: Remarkable Rocks, Admirals Arch mit Pelzrobben, Flinders Chase Visitor Centre, Rangerführung zu Seal Bay mit vielen Seelöwen. Gegen 22:30 Uhr waren wir nach einer wiederum fahrtreichen Rückreise müde und zufrieden wieder bei Annies Place angekommen.

Am heutigen Tag haben wir zuallererst ohne Probleme unser liebgewonnenes Auto zurückgegeben und sind dann losgezogen in die Innenstadt von Adelaide. Man fühlt sich hier eher wie in einer Kleinstadt, obwohl Adelaide eine Millionenstadt ist, das hat aber durchaus einen gewissen Charme. Wir haben die wie in Melbourne kostenlosen City-Busse benutzt, sind zu Fuß die Rundle Mall (die einzig belebte Straße der Innenstadt) entlang geschlendert, haben zwecks Internet die State Library besucht und sind auf einen Hügel etwas außerhalb gestiegen, von wo wir einen tollen Blick hatten.

Und man mag es kaum glauben, heute war kaum ein Wölkchen am Himmel und endlich kam mal wieder die Sonnencreme zum Einsatz. Morgen geht es um zehn (nach einigen Wirrungen wurde dieser Flug für uns beide bestätigt) los zum Flughafen und ab in den Westen, die Taschen sind schon so gut wie gepackt, hoffentlich müssen wir kein Übergepäck bezahlen, wir haben uns die größte Mühe gegeben.

Liebe Grüße,

Nicolaus und Isabel



Ein frohes neues Jahr allerseits und Hallo aus Coral Bay!

Da wir inzwischen in dem bevölkerungsarmen Westaustralien angekommen sind, gibt es hier seltener Internet und Handyempfang, das nur zur Erklärung, warum wir schlecht zu erreichen sind und uns auch nur selten melden.

WestküsteUnser Flug von Adelaide nach Broome über Perth verlief ohne Probleme und wir mussten zum Glück kein Übergepäck bezahlen, obwohl auf Nicolaus Tasche ”Heavy, 24kg” geschrieben wurde. In Broome sind wir abends angekommen und sind mit unserem Mietwagen die ca. 100m vom Flughafen zu unserem Hostel (mit herrlichem Pool) gefahren.

Den ersten Sonnenuntergang über dem Ozean haben wir am berühmten Cable Beach angeschaut, schööööööön! Als die Sonne wieder aufging stand eine neue Rekordstrecke an: 650km bis Port Hedland, dazwischen nur Niemandsland und zwei Roadhouses zum Tanken und Erfrischen. Obwohl wir die einzige Strasse gefahren sind, die die Westküste entlangführt, sind uns auf der ganzen Strecke gerade 98 Autos begegnet... und aus Mangel anderer Sehenswürdigkeiten hatten wir viel Aufmerksamkeit zum Zählen - eine beeindruckende Weite!

Port Hedland ist der Verschiffungsort der australischen Eisenerzindustrie, die stark nach China exportiert (z.B. fuer den derzeitigen Bau des Olympiastadions). Wirtschaftlich also sehr bedeutend, und das reichlich vorhandene Eisenerz sorgt für eine tiefrote Färbung. Ansonsten ist der Ort aber eher hässlich und langweilig.

Für uns ging es daher am nächsten Tag weiter in die Einsamkeit, in den Karijini Nationalpark 300km im Inland. Dort war es erbarmungslos heiss, aber die vielen Schluchten des Plateaus mit wunderschönen Wasserfällen und Pools für Erfrischungsbäder waren es wert!

Da es im Park keine schattigen Campgrounds gab sind wir abends noch bis zum Ort Tom Price gefahren, eines der Zentren des Eisenerzabbaus. Dort haben wir in angenehmer Camping-Gesellschaft zum ersten Mal seit langer Zeit Neujahr verschlafen - allerdings nicht das deutsche Neujahr, da waren wir schon wieder auf den Beinen. Da wir mit unserem Wagen nur die geteerten Strassen des Parks befahren konnten hatten wir am Silvestertag bereits alles für uns zugängliche gesehen und machten uns wieder auf den Weg an die Küste nach Exmouth.

Dort wurden wir von freilaufenden Emus auf der Hauptstrasse empfangen! Exmouth liegt am Nordende des Ningaloo Reefs, einem 260km langen Korallenriff das an Schönheit dem Great Barrier Reef gleich sein soll - allerdings ist es wesentlich näher an der Küste, meist nur 100-200 Meter! Die ersten Korallen sind manchmal nur wenige Meter vom Strand entfernt, und wir machten uns am nächsten Tag gleich auf zum Schnorcheln.

Zwei Strände haben wir ausprobiert, und beide waren atemberaubend: Eine Vielzahl von tropischen Fischen (bis zu einem Meter gross) und Korallen, sogar (stachelfreie) Rochen haben wir gesehen. Isabel musste (und muss noch) für dieses Erlebnis allerdings trotz Lichtschutzfaktor 30+ mit einem massiven Sonnenbrand auf der ganzen Rückseite bezahlen... die sonnengeschonte europäische Haut!

Coral BaySeit gestern sind wir nun in Coral Bay (500 Einwohner und nix drumrum), 160km südlich von Exmouth, und noch immer am Ningaloo Reef, und bleiben hier seit längerem erstmals wieder mehrere Tage. Heute haben wir einen Faulenztag eingelegt, und morgen fahren wir bei einer grossen Bootstour mit, bei der wir u.a. mit Mantas (ebenfalls stachelfreie Riesenrochen) und Riesenschildkroeten schwimmen.

Nachtrag: Die Bootstour haben wir mittlerweile gemacht, leider liessen die Wetterbedingungen kein Schwimmen mit Mantas und Schildkröten zu, aber das Schnorcheln am Riff war toll. Verantwortlich für das Wetter ist der Zyklon ”Isabel” (ein Schelm, wer Böses dabei denkt...), der mittlerweile über Broome tobt und selbst hier, über 1000km weiter südlich, noch die Luft ansaugt und für Wind sorgt.

Morgen gehts es nach Monkey Mia zu den Delfinen!

Bis bald,

Eure Isabel und Nicolaus



Hallo zusammen zu unserer letzten Reisemail!

Von Coral Bay sind wir die in Westaustralien üblichen 600km bis zur nächsten Attraktion gefahren, zum Monkey Mia Dolphin Resort. Das liegt an einer grossen Bucht namens ”Sharks Bay”, die sogar als Weltkulturerbe gelistet ist, weil es dort zahlreiche uraustralische Fauna gibt, die vor den eingeschleppten Spezies wie Katzen, Hasen und Füchsen beschützt wird. Ausserdem ist die Bucht einer der letzten Orte, an dem es noch Stromatoliten gibt. Das sind ”lebende” Steine, die aus 3,5 Milliarden alten Bakterien bestehen, die seit dieser Zeit den Sauerstoff der Erde erzeugt haben.

Delfin in Monkey MiaDas grosse Highlight von Monkey Mia sind aber die Delfine, die jeden Vormittag an den Strand geschwommen kommen, um sich ein bisschen die Menschen anzuschauen und ein paar Fische abzustauben. Die Delfine sind Nachkommen zweiter und dritter Generation von ein paar Delfinen, die seit Ende der 60er Jahre Kontakt zu den Menschen haben.

Sie kommen nicht allein wegen der Fütterung an den Strand, denn nur ein paar von den Weibchen werden gefüttert, und selbst die bekommen weniger als ein Drittel ihrer Tagesration Fisch. Die Delfine sind den Rangern alle namentlich bekannt (z.b. Nicky, Surprise, Puck etc.), und kurz vor sowie an Weihnachten haben zwei der Weibchen jeweils ein Junges zur Welt gebracht, die auch mit an den Strand kommen und eifrig ihre Mütter umkreisen, während diese die Menschen am Strand begutachten.

Zwei der Weibchen, die keine Jungen hatten, durften sogar von Besuchern gefüttert werden, die von den Rangern zufällig ausgesucht wurden. Diese faszinierenden Tiere so nah zu erleben war wirklich toll, und bei den verschiedenen Strandbesuchen waren bis zu neun Delfine gleichzeitig da!

Remarkable RocksWir haben dort noch einen ”Wildlife” Segelausflug mit einem grossen Katamaran gemacht, bei dem wir Seekühe, fliegende Fische, Riesenschildkröten, eine Wasserschlange und noch mehr Delfine gesehen haben! Auf der Weiterfahrt nach Sueden haben wir festgestellt, dass die Great Ocean Road keineswegs der einzige Ort spektakulärer Steilküsten in Australien ist, auch am Indischen Ozean gibt es eine beeindruckende Küste mit tiefen durch Flüsse gegrabene Schluchten.

Unser letzter Stop vor Perth war die ”Pinnacle Desert”, eine Sandwüste in der unzählige bis zu drei Meter grosse spitze Steine stehen, quasi ein überdimensioniertes Stonehenge. Keiner kann genau sagen, wie diese bizarren Felsen entstanden sind. Da wir bei Dämmerung dort waren hatten wir tolle Beleuchtung, bei der man super Fotos machen konnte!

Nun sind wir auf dem Weg nach Perth, von wo aus Isabel in zwei Tagen zurückfliegen wird, und Nicolaus noch für zwei Wochen nach Neuseeland.

Liebe Gruesse,

Eure Isabel und Nicolaus

P.S.: Vielen Dank an Mirja und Andreas für das ”Genial”-Spiel, das uns unterwegs viel Spass gemacht hat!