Madrid - Am Puls der Zeit

von Bogdan Nitulescu
Die ”fünfte” Jahreszeit, die Narrenzeit, stand an; aber weil man denen doch auch jeden Tag so begegnet, Auf und Davon nach Madrid. Madrid ist ja nicht bekannt als Karnavalshochburg, und wenn man einmal da ist, versteht man auch warum; bei dieser herzlichen, offenen, warmen Atmosphäre die jeden Abend mehr Charme versprüht als alle Umzüge insgesamt, da wären die übertriebenen Olaaus und Aaalaafs doch recht deplaziert.

Um die Plaza del Sol herum spielt sich nicht nur tagsüber das pulsierende Leben einer quirligen europäischen Metropole wie sie spanischer nicht sein kann: Alte Herrschaftshäuser, Stadtpalazzos mischen sich mit Neubauten, verwinkelte kleine Gassen und Prachtalleen verbinden sich, Bäume durchbrechen überall den Asphalt. Spanische Einzelhandelgeschäfte können sich noch behaupten, ”Cortes del Ingles” ist die mit am häufigsten vertretene Kaufhauskette.

Bunt gemischt ist auch das Essensangebot: Von der urtypischen spanischen Kneipe mit der langen Theke und den festgewachsenen alten Männern, in der man zu seinem Bier auch stets ein kleinen leckeren Happen gereicht bekommt über feine Restaurants mit Türstehern, nicht ganz so feinen Restaurants ohne Speisekarte zu Kebapständen die wiederum grenzen an "Pain au Companie", der spanischen Antwort auf die amerikanischen Fast Food Ketten, die es überflüßigerweise auch zuhauf gibt.

Zahlreiche Trendshops helfen dabei, Kalorien abzutrainieren: bis man alle durch hat paßt man in Kleidergrößen an die vorher nicht zu denken gewagt hätte.

Und dann, wenn es Nacht wird... Die Plätze werden wie von Ameisenstraßen durchschnitten: Menschen, denen es spät in der Nacht, in Madrid kann es auch früh am morgen werden, einfällt: „Ach, wir könnten noch was essen oder trinken, oder am besten beides?”, Menschen die andere Menschen suchen, Menschen die sich gefunden haben, Menschen die nicht schlafen können, Menschen die den ganzen Tag geschlafen haben, und, natürlich, auch Touristen.

Die meisten Holländer macht es auch nicht sehr unglücklich, daß Madrid mehr Kneipen hat als ganz Holland. Und wenn man vom Platz Santo Domingo etwas Nordöstlich geht, glaubt man das schon nach 2km. Kein Geschmack, der nicht seinen Platz findet. Stets offen dem Neuen gegenüber, man wird mit einem freundlichen "Hola" begrüßt, und wenn man es dann schafft das auch zu erwidern, am besten mit einem Lächeln, dann ist der Abend gerettet. Diese Herzlichkeit trotz ihrer Größe zeichnet Madrid aus.

Und die Leichtigkeit des Seins. Inmitten der Stadt hat sich diese Art des Lebens ein Denkmal gesetzt, und der heißt Park Retiro.Er ist sicher einer der schönsten Stadtparks Europas um zwischen edlen Statuen und üppigen Bäumen an einem schönen See zu faulenzen Also, nicht nur Karnavalsflüchtlingen kann man Madrid empfehlen, ein jeder der noch lebt wird es spüren, das Leben pulsiert hier etwas schneller.

Auf jeden Fall sollte man ein Hotel möglichst im Herzen der Stadt wählen, es wird die gesamte Palette angeboten, von Hostals bis Ritz Carlton ist hier alles vertreten; ich empfehle ein Hotel der Sol Melia Kette, weil spanisches Management im Preis Leistungsverhältnis unschlagbar ist, und hier insbesondere das ****-Hotel Tryp Ambassador!!

Ein ehemaliges Stadtpalazzo, in einer kleinen Seitenstraße fernab allen Troubels und doch mittendrin. Die geräumigen, klassisch und gut ausgestatteten in Holz gehaltenen Zimmer geben einem das Gefühl auf einer Hacienda zu sein. Das sehr sehr freundliche Personal wird Ihnen helfen, das Madrid des Schreibers wiederzufinden.